Gefahrstoffe Wissen


 

Das Entscheidende am Wissen ist, dass man es beherzigt und anwendet. - Konfuzius - 


Der Weg einer Chemikalie in einem Unternehmen

Unternehmen verwenden Chemikalien um Produkte herzustellen oder Dienstleistungen durchzuführen. Diese Chemikalien / Arbeitsstoffe werden als Rohstoffe, Hilfs- und Betriebsstoffe entlang des Herstellungsprozesses eingesetzt und können gefährliche Eigenschaften nach dem Chemikaliengesetz haben. Sie werden sachgerecht entsorgt wenn keine Verwendung mehr möglich ist.

 

Durch das folgende Beispiel "Aceton" werden die wichtigsten Elemente eines gut organisierten Gefahrstoff-Managements zusammenhängend verdeutlicht.

 


Beispiel

Aceton [CAS-Nr. 67-64-1]

zum Reinigen von Oberflächen

zum Lösen von fetthaltigen Anhaftungen

GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP)]

Gefahren- und Sicherheitshinweise (H- und P-Sätze):

H225, H319, H336, EUH066 // P210, P240, P305+P351+P338, P403+P233

 

Schritt 1: Chemikalie wird bestellt. 4 x Fässer mit jeweils 220 Liter Inhalt.

Vom Verkäufer wird ein aktuelles Sicherheitsdatenblatt (SDB) zur Verfügung gestellt. Auf Grundlager der Informationen werden insbesondere...

  • ausgewählte Informationen in das betriebliche Gefahrstoffverzeichnis übernommen,
  • eine Gefährdungsbeurteilung für die verschiedenen Tätigkeiten durchgeführt, entsprechende Schutzmaßnahmen (Substitutions-, Technische., Organisatorische-, Persönliche Maßnahmen) abgeleitet und umgesetzt.
  • die Betriebsanweisung (nach §14 GefStoffV) aktualisiert oder erstellt,
  • eine Unterweisung der Beschäftigten die mit der Chemikalie umgehen durchgeführt, 
  • die Informationen zu persönlicher Schutzausrüstung mit dem Handschuhplan und dem Hautschutzplan abgeglichen.

 

Schritt 2: Chemikalie wird angeliefert. 

Die Lieferung wird entgegengenommen und nach Checkliste kontrolliert. Sollte beispielsweise die Ware beschädigt sein, oder gar Rest-Anhaftungen am Gebinde sichtbar sein, so ist entsprechend den Informationen aus der Betriebsanweisung oder dem SDB. Im Zweifelsfall sollte die im SDB hinterlegte Notfallrufnummer kontaktiert werden.

  

 

Schritt 3: Chemikalie wird ins Lager transportiert und dort eingelagert. 

Die Chemikalie wird entsprechend den Lageranforderungen für Gefahrstoffe eingelagert (einschlägigen Vorschriften GefStoffV, BetrSichV, EX-RL, TRGS 510, AwSV/WHG, etc.).

 

 

Schritt 4: Chemikalie wird in eine 250 ml Edelstahl-Kanne mit dicht schließenden Deckel abgefüllt.

Die in der Gefährdungsbeurteilung festgelegten technische, organisatorische und persönliche Schutzmaßnahmen wie z.B. Absaugung, Chemikalien-Schutzhandschuhe, Schutzbrille,  flammenhemmende antistatische Schutzkleidung, ... sind umgesetzt und die Grundanforderungen im Umgang mit Gefahrstoffen (nicht essen, nicht trinken, nicht rauchen, Hygiene, ...) werden beachtet. 

 

Chemikalie wird in ein geeignetes, GHS-gekennzeichnetes Gebinde umgefüllt. Und sicher zum Verwendungsort transportiert.

 

 

Schritt 5: Chemikalie wird im Betrieb transportiert und angewendet: Reinigung von Werkstücke aus Metall.

Die in der Gefährdungsbeurteilung festgelegten technische, organisatorische und persönliche Schutzmaßnahmen wie z.B. Absaugung, Chemikalien-Schutzhandschuhe, Schutzbrille,  flammenhemmende antistatische Schutzkleidung, ... sind umgesetzt und die Grundanforderungen im Umgang mit Gefahrstoffen (nicht essen, nicht trinken, nicht rauchen, Hygiene, ...) werden beachtet. 

 

Chemikalie wird in ein entsprechend den Vorgaben aus der Betriebsanweisung eingesetzt.

 

 

Schritt 6: Chemikalie wird nicht mehr benötigt. Edelstahl-Kanne wird verschlossen und zum Lagerort getragen.

Nicht verbrauchte Mengen werden nach Arbeitsende zurück ins Lager gebracht (Behälter dicht verschlossen).  

 

 

Schritt 7: Chemikalien-Reste werden gesammelt und sachgerecht entsorgt bzw. wieder aufbereitet. 

Reste werden in an geeigneter Stelle gesammelt (Abfallsammlung) und sachgerecht als gefährlicher Abfall entsorgt oder dem Recycling zugeführt.